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Chronik

Historisches aus Hohenstein

Nachfolgende Texte entstammen einem älteren Dokument, in dem sich jemand vor unserer Zeit schon die Mühe gemacht hat und wichtige geschichtliche Eckdaten zusammengetragen hat.
So in etwa konnte ich das Altdeutsch entziffern. Bei manchen Wörtern hatte ich aber trotzdem Probleme. Diese sind dann entsprechend gekennzeichnet.
Und nun fangen wir mal an:

1. Aus der älteren Zeit
Unter dem Namen „Hohensten“ erscheint unser Dorf zum erstenmale im Karolinischen Landbuch vom Jahre 1375. Der Eintrag lautet in (deutscher Übersetzung):

Hohensten hat 62 Hufen, wovon 4 zur Pfarre, 1 zur Kirche gehören. An Pacht gibt jede Hufe je 4 Scheffel Roggen und Hafer(an den Landesherrn), mit Ausnahme von 9 Hufen, von welchen Jacob Hafelberg die Pacht von denen von Eppe(?) zu Lehen hat. Jede dieser Hufen gibt 5 Schillinge als Zins; zur Bede außerdem jede Hufe 2,5 Schilling und ein Viert Roggen, 1 Viert Gerste und 0,5 Sch. Hafer. Zum Zins gibt jede der anderen Hufen 18 Dinare, zur Bede 3 Schilling mit 3 Denaren. Drei Hufen geben zusammen je 1 Sch. Roggen und Gerste sowie 2 Sch. Hafer. Vorhanden sind 13 Kossäten von denen jeder 2 Schilling und 1 Huhn gibet.
Die Schenke zahlt 21 Schillinge.
Jacob Hafelberg hat von 9 Hufen die obengenannten Abgaben, Arnt Krummensee von 15 Hufen Pacht und Zins, dagegen P. Berenuelde(?) die Bede; Ebel Krummensee hat über 27 Hufen die Pacht     und den Zins, die Bede aber der obengenannte Peter (Berenuelde). Das oberste Gericht und das Patronatsrecht hat Ebel Krummensee, den Wagendienst aber der Markgraf.

Bis zum Jahre 1450 haben die von Krummensse alle Abgaben im Dorfe an sich gebracht und es gehört ihnen ganz allein.
Im Jahre 1480 wird berichtet, daß 40 Hufen der Hohensteiner Gemarkung wüste seien – welcher Umstand hierzu die Ursache gewesen ist, war nicht festzustellen.

1542 sitzen Ebel und caspar von Krummensee zu Hohenstein und nach dem Lehnbrief von 1610 gehörte der Familie das Dorf „ohne jeden Vorbehalt“.

Die bald danach beginnende schwere Zeit des 30jährigen Krieges muß im Zusammenhang mit den Geschehnissen der Stadt Strausberg betrachtet werden; auch Hohenstein kam an den Rand des Verderbens. Im Dorfe lag lange Zeit eine Kompanie des bösen Schierstädt’schen Reiterregiments unter Rittmeister Wolf Siegmund von Lüchow, die es ganz aussog.

Das Kriegsschädenprotokoll von 1634 berichtet, dasß damals von 57 Bauernhufen 24 wüste waren; 2 Kössäten wohnten am Dorfe. Es waren dauernd schwere Abgaben zu leisten, welche die Dorfbewohner nach Strausberg, Wriezen und Eberswalde zu schaffen hatten. Bei den „Durchzügen der Kgl. Schwedischen Armee wäre verreichet(gereichet, geliefert), aber davon keine Quittung vorhanden“. Soviel an Quittungen nachgewiesen werden konnten, betrugen die damaligen Branschatzungen:
331 Tlr. 4 Gr. in bar, 1 W. 14 Sch. 14 M. Roggen, 4 W. 16 Sch. 11 M. Hafer, 2 W. Gerste, 6 Ochsen, 2 Kühe, 20 Hammel, 24 Brote (á sechs Pfund) und 2 Fuder Heu.

Als 1652 der Landreiter nach Hohenstein kam, um die Verhältnisse zu überprüfen, fand er nur noch 3 Einwohner(d.h. Bauernfamilien von vorher 13) und 5 Knechte.
Die Bauern hießen: Michel Kleine (alt 49 Jahre), Michel Haseland (Hirseland), alt 38 Jahre und Bartel Metzdorf, 26 Jahre alt. Die Knechte waren Peter Gort „hat J. K. M. 7 Jahre vor einem Reuter gedient,“ 26 J. alt – Bartelmetz Letz „hat dem Herzog von Lüneburg vor einem Musketier gedient,“ alt 30 Jahre – Adam Bach, bei Guben zuhause (23) – Abraham Springe (30) – Jürgen Schilligt (27 Jahre alt).
Die Aderknechte waren also in der Mehrzahl frühere Soldaten, die nach Beendigung des Krieges sich in Hohenstein festgesetzt hatten.

Auch die Dorfherren hatten ihre Einnahmen verloren. Schon 1646 verpfändeten die von Krummensee die eine Hälfte ihres Besitzes an Botho von Trotte, der sie 1658 lehnsamtlich zugeschlagen erhielt, sie aber zwei Jahre später an den Oberpräsidenten Otto von Schwerin. Die andere Hälfte hat Schwerin am 29. Juli 1676 von dem zu Neuenhagen bei Freienwalde wohnenden Hilmar Ernst von Krummensee, der damals Hauptmann der kurfürstlichen Ämter Freienwalde, Neuenhagen und Schwedt war, erworben.
Dieser hatte 0,5 Hohenstein von seinem verstorbenen Bruder Alexander geerbt.

-wird fortgesetzt-


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